Mittwoch, 5. Februar 2014

Rezension: Die Furcht des Weisen – Königsmörderchroniken 2 von Patrick Rothfuss

Broschierte Sonderausgabe im Schuber

Patrick Rothfuss
Die Furcht des Weisen 1 und 2
Klett Cotta 24. Juli 2013
ISBN: 978 3608939286
Insgesamt 1440 Seiten
29,95 Euro


 
Anmerkung:

Da ich auch den ersten Teil „Der Name des Windes“ in einer broschierten Fassung erstanden habe und mir zudem die gebundene Ausgabe des zweiten Teils zu teuer gewesen ist, habe ich gewartet und mir dann die beiden broschierten Bücher im Schuber gekauft. Es sollte beachtet werden, dass „A wise man’s fear“ (Deutsch: Die Furcht des Weisen) im englischen Original nur ein einzelnes Buch ist und dieser Band im deutschen auf Grund der hohen Seitenzahl durch die Übersetzung in zwei Teile gesplittet worden ist.

Kurzbeschreibung:

Kvothe erzählt in diesen Bänden seine Lebensgeschichte weiter. Er erzählt von Musik, Abenteuern und Enttäuschungen an der Universität. Er erzählt von Freundschaft, Liebe und Verrat in einem Land viel weiter fort. Er erzählt von seinen Erlebnissen im Faenreich und in der vollkommen fremden Kultur in Ademre. Er erzählt all dies einem Chronisten und hat sich dennoch fast vollkommen selbst vergessen.

 Kritik:

Ich werte die beiden Bücher als ein Ganzes und kann nur Positives darüber sagen. Ähnlich wie „Der Name des Windes“ erhalten die Bücher eine Rahmenhandlung, die in der Gegenwart des Erzählers Kvothe liegt. Der Rest der Geschichte besteht fast ausschließlich aus seiner Vergangenheit, nur ab und an unterbrochen von einigen Einwürfen. Diese Einwürfe wirken keinesfalls störend und unterbrechen genau an der richtigen Stelle den Erzählfluss. Zudem ist die Handlung in Kvothes Gegenwart ebenso spannend und geheimnisvoll wie seine Vergangenheit.

Stil und Aufbau:

Patrick Rothhfuss erzählt seine Geschichte auf fast ruhige Art – durchwirkt von der leisen Arroganz seines erzählenden Protaonisten. Er nimmt sich die Zeit seine Charaktere zu beobachten und sie entwickeln, jedem eine eigene, wunderbare Persönlichkeit zu verleihen, so dass sowohl Helden als auch Gegenspieler niemals gesichtslos oder ohne Motivation für ihr Handeln bleiben.

Auch durch die vielen liebevollen Details in seinem Weltenaufbau und in seinem Magiesystem erhält sich der Autor eine Autentizität des Erzählte, die fast an ein Wunder grenzt, bedenkt man, dass es sich bei „Die Furcht des Weisen“ um absolute Fantasy handelt.

Sprachlich gesehen sind die Romane absolut vollkommen. Rothfuss findet die richtigen Wendungen, hat eine Sprachmelodie, die mich anspricht und gleitet nie zu sehr in gekünstelte oder übertriebene Sprache ab. Am Ende des Buches Teil 2 finden sich einige Rechtschreibfehler, die möglicherweise bei einer Neuauflage ausgemerzt werden sollten.

Handlung:

Die Handlung ist meist ruhig und wenig actiongeladen. Gerade die „aufregenderen“ Momente werden oft übersprungen, bzw. als nebensächliche Aufzählung hinzugefügt. Aber gerade die Alltagserzählungen haben so viel Potential und bergen so viele Geheimnisse, dass sie niemals an Spannung vermissen lassen.

Die einzige Stelle, die ich ein wenig, aber eben auch nur ein wenig, als störend empfand, war die Szenerie bei den Fae. Felurian war mir einfach zu sehr eine Ansammlung billiger Klischees und die Handlung im Faenreich war mir zu gemächlich, zu durchschnittlich, zu langweilig und Kvothes Trick, mit der er sich Felurian entzieht kam mir dann doch allzu leicht und allzu durchschaubar vor. An dieser Stelle verliert die Handlung für eine Weile jegliche Form der Glaubwürdigkeit.

Aber da es dennoch immer etwas neues zu entdecken gibt (wie zum Beispiel den Cthaech – ein sehr geheimnisvolles Wesen, über das  ich nicht allzu viel verraten will) kann ich gutmütig über einige etwas langatmigere Szenen hinweg sehen.

Außerdem habe ich sehr genossen, dass das Geschehen irgendwann von der Universität fort und zu anderen Schauplätzen hingeht. Denn gerade die Erzählung in Ademre, mit ihrer fremden Kultur, ihrer fremden Sprache und ihren Ansichten und Meinungen hat mich für alle Szenen im Faenreich entschädigt, denn ich habe selten ein so wahnsinnig gut geformtes fremdes Volk in einem Fantasyroman gesehen, wie die Ardem.

Als es gegen Ende dann aber doch wieder in bekanntere Gefilde geht, bin ich nicht etwa traurig, sondern empfinde es als einen würdigen Abschluss des zweiten Teils.

Gesamtfazit:

Ich bin sehr begeistert und habe beide Bücher, ganz gegen meine Art direkt hintereinander gelesen, weil sie mir so gut gefallen haben und ich unbedingt wissen musste, wie es weiter geht. Jetzt kann sich Herr Rothfuss gerne ein wenig beeilen. Mama braucht ihren Stoff ^^

Kommentare:

  1. Wuhuuu, und jetzt warten wir zusammen ;-) Freut mich voll, dass dir die Bücher auch so gefallen haben!

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  2. Noch habe ich ein paar Seiten von dem Buch vor mir, die schmelzen mit allerdings in den Händen. Und dann geht es auch für mich ans Warten.

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